Meine Tante Emma heißt James

Erinnert ihr euch noch an Tante Emma. Leute einer bestimmten Altersklasse hatten alle eine. Sie wohnte direkt um die Ecke. Von ihrem Wohnzimmer ging Sie in ihren kleinen Laden und verkaufte alle Dinge die man für das tägliche  Leben brauchte. Auch ich durfte immer bei „Tante Emma“ einkaufen gehen. Sie fragte immer ob die Hausaufgaben fertig sind oder ob wir das letzte Fußballspiel gewonnen haben. Zur Belohnung gab es dann Lutscher. Und wisst ihr was. Hier freue ich mich auf’s Einkaufen. Nein, nicht im sauber geordnetem Supermarkt, sondern bei mir um die Ecke. Mein kleiner, ungeordneter Tante Emma Laden. James, sein Bruder Silvio und ihre Mutter sind immer freundlich, immer bemüht und wehe ich gehe einmal im Supermarket auf der anderen Strassenseite einkaufen werde ich sofort gefragt: „was mache ich falsch, warum kaufst du nicht mehr bei mir?“. James weis immer was ich für Wünsche habe und was ich brauche. „Hast du noch genug frische Milch, probier mal die Kartoffeln, vergiss das Brot nicht.“ Er sucht mir die besten Tomaten raus, packt mir alles sauber in eine Tüte. Aber er ist viel teurer als der Supermarkt, sagt ihr. Ja, er ist geringfügig teuerer, aber mit ihm kann ich reden. Die ausgezeichneten Preise berechnet mir James so gut wie nie. Discount mit persönlichem Service. Nur meinen Lutscher vermisse ich. James weigert sich mir als erwachsenem Mann einen Lutscher zu geben. „Du bist doch kein Kind mehr“, sagt er dann lachend.



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